1994 — Gründung der Stiftung
Am 15. Februar 1994 wird in Sachseln die Stiftungsurkunde der Sammlung Giuseppe Haas-Triverio durch den Notar Niklaus Theiler beglaubigt und von der Stifterin und Präsidentin Corinna Rohrer-Haas (1920–2006) sowie von Angelo Garovi und Alois Spichtig (1927–2014), den beiden anderen Mitglieder des Stiftungsrates, unterzeichnet.
2013 — Ausstellung und Buch
Auf Initiative der Stiftung zeigt die Ausstellung Und bläulich der Schatten... im Tal-Museum in Engelberg zum ersten Mal postum das malerische Schaffen von Haas-Triverio in repräsentativer Auswahl. Die zu diesem Anlass von der Stiftung edierte Buchpublikation Bin ein Landschafter vermittelt hingegen Leben und Werk des Künstlers in vielen Facetten.
2017 — Neues Domizil
Bei der Gründung der Stiftung befand sich der künstlerische Nachlass von Giuseppe Haas-Triverio in seinem Wohn- und Atelierhaus Seegüetli, wo er von Alois Spichtig betreut wurde. Nach dessen Auszug wurde der gesamte Nachlass in einem von der Stiftung gemieteten, aber unangemessenen Raum verwahrt. 2017 wurde der gesamte Nachlass, d.h. die Gemälde, Zeichnungen, Holzschnitte und Druckstöcke von Haas-Triverio sowie seine Sammlung fremder Artefakte und anderer Künstler, ferner ebenso die bibliothekarischen Bestände, Archivalien, Fotografien und Dokumente an ein neues Domizil in Sachseln überführt: In eine in jeder Hinsicht geeignete Räumlichkeit für die Archivierung und Bewirtschaftung des Nachlasses.
2017/2018 — Digitales Inventar
Im Auftrag der Stiftung ordnete der Kunsthistoriker Dr. Beat Stutzer während rund eines Jahres 2017/2018 den gesamten Nachlass von Haas-Triverio. Dabei wurden sämtliche Werke mit dem digitalen Inventarisierungsprogramm DICA erfasst. Mit dem Inventar, das nicht nur die stiftungseigenen Werke beinhaltet, sondern auch alle erreichbaren Arbeiten in öffentlichen Institutionen und privaten Sammlungen erfasst, dokumentiert die Stiftung nicht nur ein bedeutendes kulturelles Erbe Obwaldens, sondern erschliesst dieses zudem nach zeitgemässen Kriterien. Das digitale Inventar, das laufend aktualisiert wird, ist unabdingbare Grundlage für jede weitere Beschäftigung mit dem Œuvre von Haas-Triverio.
2017 — Bruder Klaus. Ausstellung
Zum Anlass der vor siebzig Jahren erfolgten Heiligsprechung von Niklaus von Flüe zeigte die Stiftung an ihrem Domizil an Sachseln die kleine Ausstellung Bruder Klaus. Holzschnitte von Giuseppe Haas-Triverio (19. August bis 1. Oktober 2017).
2018 — Webseite
Seit dem Frühjahr 2018 stellt sich die Stiftung Sammlung Giuseppe Haas-Triverio mit ihrem Zweck und ihren Aufgaben auf einer Webseite vor. Diese ermöglicht vor allem einen Einblick in das Leben und Schaffen des Künstlers und stellt eine stattliche Anzahl von Werken in Bild und Text vor: Gemälde, Holzschnitte und Zeichnungen. Die Webseite wird von Zeit zu Zeit ausgebaut, mit zusätzlichen Werken erweitert und kontinuierlich aktualisiert.
2021 — Schenkung
Vom renommierten und international bekannten Ex Libris-Sammler Josef Burch, Giswil, erhielt unsere Stiftung eine umfassende Sammlung mit über 100 Ex Libris von Giuseppe Haas-Triverio, und zwar sowohl gedruckte Holzschnitte wie zahlreiche Vorzeichnungen dazu. Mit diesem bedeutenden Konvolut konnten unsere Bestände bezüglich dieser Werkgruppe markant erweitert und vertieft werden.
2021 — Adventsfenster
Am 16. Dezember 2021 beteiligte sich die Stiftung Giuseppe Haas-Triverio am sogenannten Sachsler Adventsfenster. Beim kleinen Anlass Rund um das Weihnachtsbild wurde der Künstler am Domizil der Stiftung anhand seiner grossen Weihnachtsdarstellung von 1958 vorgestellt.
2024 — Gemeinsam unterwegs. Ausstellung und Publikation
Die Ausstellung Gemeinsam unterwegs. Giuseppe Haas-Triverio & M. C. Escher widmete sich erstmals den Zeichnungen und Holzschnitten, die auf die fünf Studienreisen zurückgehen, die Haas-Triverio zusammen mit seinem Künstlerfreund, dem zu Weltruhm gelangten Niederländer M. C. Escher (1898-1972) zwischen 1929 und 1935 in Italien und auf Korsika unternommen hat. Die Ausstellung im Museum Bruder Klaus in Sachseln (24. März bis 18. August 2024) wurde von der Stiftung initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Museum Bruder Klaus organisiert. Kuratiert wurde die Ausstellung vom Kunsthistoriker Beat Stutzer, Mitglied der Stiftung. Die Ausstellung stiess an der Vernissage und bei den zahlreichen öffentlichen und privaten Führungen auf ein reges Interesse und zählte insgesamt fast 2'500 Besucher:innen. Zudem berichteten die viele Medien ausführlich über die Ausstellung.
Zur Ausstellung gab die Stiftung im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, eine reich illustrierte Buchpublikation heraus: mit einem kunsthistorischen Essay von Beat Stutzer und den erstmals publizierten und kommentierten Reisetagebüchern von Giuseppe Haas-Triverio in die Abruzzen (1929) und nach Sizilien (1932). Das Buch dokumentiert und vermittelt nicht nur eine faszinierende Thematik, sondern ist für eine nachhaltige Rezeption von Leben und Werk von Giuseppe Haas-Triverio wichtig. Dank des weltbekannten M. C. Escher und aufgrund der Kooperation mit der Escher Holding in Brixen sowie mit den holländischen Escher-Experten Marijnke de Jong und Robin Lutz erreichte man internationale Aufmerksamkeit in Holland, Italien und in den USA.
2024/2025 — Liegenschaft Seegüetli
Im Herbst und Winter 2024/2025 wurde das sich im Eigentum der Stiftung befindliche Haus Seegüetli, das Giuseppe Haas-Triverio Ende 1939 erworben hatte und wo er mit seiner Frau Secondina und Tochter Corinna gewohnt und gearbeitet hat, einer Erneuerung unterzogen. Das Steildach wurde mit Wärmeschutz saniert, und das Dachgeschoss umfassend isoliert und ausgebaut.
2025 — Grabsteine von Giuseppe Haas-Triverio und Secondina Haas-Triverio
Bei Gartenarbeiten auf dem Grundstück der Liegenschaft Seegüetli kam 2024 der verloren geglaubte Grabstein von Secondina Haas-Triverio zum Vorschein: Dieser war unter einer dicken Humusschicht vergraben und wurde beim Aushub für das Setzen eines Gebüschs zufällig entdeckt. Der unter einem Gebüsch nahe am See verborgene Grabstein für Giuseppe Haas-Triverio war hingegen schon zuvor bekannt.
Beide Grabsteine wurden durch die Stiftung geborgen und vom Sachsler Handwerker und Künstler Toni Halter sorgsam instand gestellt und restauriert. Im Februar 2025 fanden diese eine stimmige Aufstellung und öffentliche Präsenz auf dem Friedhof Sachseln, wo auf einem Musterfeld seit 2016 künstlerisch wertvolle Grabdenkmäler von Obwaldner Künstlern wie Hans-Peter von Ah, Paul Diethelm, Kurt Sigrist und Alois Spichtig u.a. zur Schau gestellt werden.
Der Grabstein für Giuseppe Haas-Triverio wurde von Alois Spichtig (1927–2014) in Form eines stilisierten Kreuzes geschaffen und trägt die Inschrift KUNSTMALER / G. HAAS- / TRIVERIO / 1889–1963. Derjenige für seine Frau Secondina wurde wahrscheinlich von Corinna Rohrer-Haas (1920–2006), der Tochter von Giuseppe und Secondina, entworfen; Corinna hatte in Rom die Akademie besucht und betätigte sich auch später künstlerisch. Der mit Mosaiksteinen gestaltete Grabstein mit den Motiven von Lebensbaum und Sonne trägt die Beschriftung: 1885 DINA HAAS / -TRIVERIO 1978. Material und Technik lassen vermuten, dass Corinna das Grabmal in einer Mosaikwerkstatt in Italien hat herstellen lassen.